Sonntag, 8. Oktober 2017

I speak Danish- What is your Superpower?


Ich habe schon richtig lange nichts mehr über unsere neue Heimatstadt Kopenhagen und das Leben in Dänemark geschrieben. Dabei stapeln sich auf meinem Rechner schon einige Fotos und angefangenene Blogposts, die von neu entdeckten Lieblingsplätzen in dieser Stadt (die mir gerade sehr ans Herz wächst) handeln. Die Großbaustelle rund um unser Haus verändert sich natürlich immer noch ständig, die schlimmste Phase des Tiefbaus auf der Nachbarbaustelle haben wir allerdings überstanden (meterlange Betonstangen, die im Abstand von ca. 50 cm auf einer Fläche von mehreren hundert Quadratmetern mit so einem Riesenwumsdingens in den Boden geknallt wurden). Die Jungs geraten beim Anblick von Baggern und ähnlichen Baufahrzeugen schon lange nicht mehr in Verzückung- da muss schon ein besonders großer Kran daherkommen, der dann einen noch Größeren aufbaut. Oder eine komplette Brücke wird angeliefert und montiert... so was in der Art ist dann doch noch spannend.

Oskar geht mittlerweile in den Kindergarten und so konnte ich dann auch endlich anfangen, mich intensiv einer Sache zu widmen, die ich gerne schon früher begonnen hätte: Dänisch lernen.
Leo besucht die Deutsch-Dänische Schule und bekommt Extra-Dänischstunden in der Schule. Oskar geht in einen dänischen Kindergarten und spricht mittlerweile zunehmend Kauderwelsch. Wir gehen davon aus, dass er als erster von uns fließend und wahrscheinlich auch ohne Akzent sprechen wird.

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Als Einwanderer bekommt man kostenlosen Sprachunterricht. In Kopenhagen gibt es mehrere Sprachschulen, die unterschiedliche Kurse zum Erlernen der Dänischen Sprache anbieten. Je nach dem, welche Vorkenntnisse und schulische Vorbildung vorhanden sind und natürlich auch, wieviel Zeit man aufwenden kann/möchte, gibt es verschiedene Sprachklassen und auch Onlinekurse, die man dann besuchen kann. Dabei wird grob in drei "Level" unterteilt. Für Menschen mit geringer schulischer Bildung, die vielleicht auch die lateinische Schrift noch erlernen müssen und es dadurch etwas schwerer haben, sich an die nordeuropäische Kultur zu gewöhnen gibt es spezielle Programme, die dabei helfen, in der neuen Heimat anzukommen. Es gibt ein mittlereres Level mit 1-2 Unterrichtstagen in der Woche und dann noch das Level 3, welches für Menschen mit höherer Schulbildung bzw. Akademiker gedacht ist, die möglichst schnell vorankommen möchten/müssen und selbstständiges Lernen gewöhnt sind.

Ich bin also zu einem Beratungsgespräch ins København Sprogcenter gegangen. Da ich genügend Schuljahre auf dem Buckel habe, bin ich für die Intensivklasse mit 3 mal 3,5 Stunden Unterricht pro Woche qualifiziert und weil ich aus Deutschland komme, sowieso.

Das versicherte mir die Dame in der Sprachschule. Aha. Na gut.

Tatsächlich hatte ich auch gedacht, dass das Erlernen des Dänischen eigentlich recht leicht gehen sollte. Lesen kann man die Sprache als Deutscher ja tatsächlich ganz gut (also, wenn man in etwa weiß, worum es geht ).

Nun muss ich gestehen, dass ich mich nie wirklich mit dieser Sprache auseinander gesetzt hatte. Wir waren nur ein paar Mal in Dänemark gewesen, auf dem Campingsplatz sprachen eh`alle Leute Deutsch und dass es uns mal nach für längere Zeit nach Dänemark verschlagen würde, konnte ja keiner ahnen.

Als sich für uns damals abzeichnete, dass ein Wechsel in`s Ausland in Frage kommen könnte, hatte ich irgendwie gehofft (oder bin davon ausgegangen), dass wir in einem Land landen würden, in dem Englisch gesprochen wird. Diese Sprache wirklich gut zu beherrschen war bzw. ist mein Wunsch. Für Englisch-Sprachkurse hat es in Hamburg nicht gereicht, aber immerhin habe ich es geschafft, ein Jahr lang meinen Blog zweisprachig zu schreiben. Aus Zeitgründen habe ich das zwar aufgegeben, aber ich bin heilfroh darüber, das gemacht zu haben...

Englisch wird hier viel gesprochen und das hat mich dann auch über die ersten Monate so ganz ohne Dänischkenntnisse gerettet (und tut es noch). 

Dänisch zu LESEN ist nämlich das Eine (viele Wörter sind ähnlich der deutschen Sprache oder identisch), Dänisch zu HÖREN das Andere. Die gesprochene Sprache ist ganz anders als das Geschriebene. Viele Silben werden verschluckt, es wird genuschelt und vor allem sehr schnell gesprochen. Und selber Dänisch zu SPRECHEN ist dann noch mal eine ganz andere Nummer, wie ich feststellen musste.

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Also gehe ich seit Anfang August 3 Mal in der Woche zur Sprachschule. Den Grundkurs (Modul 1) habe ich inzwischen hinter mir. Unser Lehrer hat uns in 6 Wochen durch ein gut 1cm dickes Lehrbuch gepeitscht. Puh, an das Tempo musste ich mich erst einmal gewöhnen (ist ja schon ein wenig länger her, dass ich die Schulbank gedrückt habe...)
Die Themen wie Name, Adresse, Zahlen, Buchstaben, Einkaufen, Essen, Ausfüllen von Formularen, Familie, Wegbeschreibung, Wohnen, Arbeiten, Wetter und ein wenig Dänemarkkunde haben wir sprachlich grob durchgeackert. Nach jedem Modul gibt es eine Lernkontrolle. Dieser erste Test ist mündlich. Wir mussten drei verschiedenen Themen ( z. B. Essensgewohnheiten, meine Wohnung, wie lebe ich in Dänemark oder so) vorbereiten, über eines davon muss man dann 1-2 Minuten frei sprechen und Fragen beantworten.
Ich fand das ganz schön stressig- meinen Klassenkameraden ging es nicht anders- umso erleichterter war ich, dass ich den Test bestanden habe und nun mit dem Modul 2 weiter lernen darf.

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Im Moment beschränken sich meine aktiven sprachlichen Fähigkeiten im normalen Alltag noch auf Begrüßung und Verabschiedung. Einfachste Sätze wie z. B. "Wie geht`s?" bringe ich manchmal raus und ich schaffe es immerhin schon, mir einen Kaffee und ein Brötchen zu bestellen. Kleine Schritte.

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Da ich ausserhalb der Klasse zur Zeit nur wenig Gelegenheit habe, mit Leuten zu sprechen, die fliessend Dänisch können, bemühe ich mich, zusätzlich zum Unterricht noch jeden Tag die kostenlos ausliegenden Tageszeitungen zu lesen (zumindestens 1- 2 Artikel und die Überschriften). In der Bibliothek schaue ich immer mal nach Kinderbüchern, die ich bewältigen kann.

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Gerade die Wörterlernbücher sind eine echte Bereicherung für meine Vokabellisten :). Dänisches Fernsehen haben wir noch nicht, wird aber sehr empfohlen. Na mal sehen. Zusätzlich dazu besuche ich noch ein mal in der Woche einen Collagekurs in der örtlichen Volkshochschule. Damit verbinde ich das Angenehme mit dem Nützlichen. In dieser Klasse sind nämlich ausschließlich dänische Frauen die sich netterweise sehr bemühen, mit mir langsam und kein Englisch zu sprechen. Die Tatsache, dass man ja jederzeit in`s Englische ausweichen kann, macht das Sprachelernen nämlich nicht einfacher. Natürlich kann ich einer Diskussion über Kunst noch lange nicht folgen, bin aber trotz meiner Schwierigkeiten, die Sprache aktiv zu sprechen erstaunt, wieviel ich doch verstehen kann. Meine zu Papier gebrachten Ergebnisse des Kurses zeige ich euch auch demnächst- auch in dieser Hinsicht habe ich schon einiges für meine künstlerische Tätigkeit mitnehmen können wie ich finde.

Bis ich mal einen Jussi Adler-Olsen im Original lesen kann (oder auch unseren Mietvertrag) wird es auf jeden Fall noch eine Weile dauern. Aber ich bleibe dran!









Montag, 2. Oktober 2017

Meine blaue Pinnwand und ein unentdeckter Bonusstoff!


Also, ich könnte ja auch locker drei oder vier Wände als Riesenpinnflächen gebrauchen...

Aber mit dieser einen Wand in meinem Miniatelier bin ich auch schon superglücklich! Auch wenn ich mit der Cyanotypie noch lange nicht fertig bin, muss das Blau erst einmal dem Bunt weichen. Als nächstes will ich unbedingt meine bunten Siebdruck/Malereistoffe fertigbedrucken, damit sie vernäht werden können. Dann liegen hier noch Stoffe, die für zwei Patchworkblöcke für ein Ausstellungsprojekt im nächsten Jahr gedacht sind. Ausserdem habe ich noch drei Papiercollagen fertig zu kleben, die ich im Rahmen eines Kurses, den ich zur Zeit besuche, gemacht habe. Und meine verbliebenen Papierkisten werde ich in einem zweiten Durchgang nach geeignetem Material für die Bekämpfung des November-Blues durchwühlen... es wird nicht langweilig :)


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Deshalb habe ich -zur Erinnerung sozusagen- einen Teil meiner Schätze mal an die Wand gepinnt.

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Mittlerweile wartet ein ganzer Stapel Blaues auf seine Weiterverarbeitung in einer der Stoffschubladen...

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Einen der Sommerstoffe musste ich dann allerdings schnell noch einmal hervorholen. Die geniale Tabea hatte doch ihre Stoffe von beiden Seiten belichtet und ich Doofie habe das erst gestern geschnallt...

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Also, da ist er nun, noch ein weiterer Bonusstoff! Vielen Dank nach Geringswalde! :)








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